Maler schwelgen in Himmelpfort in Farben

Liebt die innere Einkehr bei einem Pleinair: Veranstalter und Maler Marko Fenske begrüßt beim morgen beginnenden Künstlertreffen in Himmelpfort am Haussee zahlreiche Kollegen – zu einer Woche Landschaftsmalerei in verschiedensten Ausprägungen.
Liebt die innere Einkehr bei einem Pleinair: Veranstalter und Maler Marko Fenske begrüßt beim morgen beginnenden Künstlertreffen in Himmelpfort am Haussee zahlreiche Kollegen – zu einer Woche Landschaftsmalerei in verschiedensten Ausprägungen. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 25.05.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 25.05.2019, 11:27
Himmelpfort (MOZ) In Abwandlung eines bekannten Sprichwortes können Gäste Himmelpforts kommende Woche ausrufen: "Wo man malt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen kennen keine Farben". Künstler und Kunstmanager Marko Fenske veranstaltet wieder sein Pleinair Berlin-Brandenburg, diesmal in und um Himmelpfort.

Zahlreiche Teilnehmer haben zugesagt, auch aus dem Ausland. Sie alle eint das Credo der Landschaftsmalerei inmitten von Natur und fernab des Alltagsstresses. Wer ihnen über die Schulter schaut, hat die einmalige Chance, das Meditative dieser Kunstausübung auch als "Zaungast" zu verinnerlichen.

Wahrnehmung wird geschärft

Mittlerweile veranstaltet Fenske das Pleinair schon zum sechsten Mal im Fürstenberger Seenland. Vor allem wegen "der variantenreiche Fluss- und Seenlandschaft", wie er betont, werde die Region wieder zum Treffpunkt für Landschaftsmaler und -malerinnen, die mit Hingabe unter freiem Himmel malen.

Diesmal werden es mehr als zwölf Künstler sein, die  in dem unweit der Mühle gelegenen evangelischen Freizeitheim in Himmelpfort ihr Lager aufschlagen wollen. Das diesjährige Thema "Wahr-Nehmen" solle die Teilnehmer inspirieren, ihren ganz eigenen Blick und Stil zu leben und zu verfeinern.

"Ohne Druck können die Maler und Malerinnen sich ganz ihrer Leidenschaft widmen und einmal sorgenfrei, konzentriert und kontinuierlich malen und die abwechslungsreiche Landschaft erkunden", heißt es in einer Mitteilung von Fenske. Initiiert wurde das Festival 2014 durch Marko Fenske. Nach seiner ersten Teilnahme am "Art in the Open Festival" in Irland, bewog ihn die irische Malerin Karen Scanell, das Pleinair Berlin Brandenburg zu gründen. Mehrere irische Maler wollten unbedingt einmal in Deutschland malen. "Es gab aber bis dato kein offenes Festival bei dem sie mitmachen konnten", erinnert sich Fenske. Nachdem sie selbst an verschiedenen Landschaftssymposien im Ausland teilgenommen hatten, fand dann 2014 ihr erstes Pleinair-Meeting in Altthymen statt.

Freundliche Atmosphäre

Seit 2016 kommen die Künstler nun in Himmelpfort zusammen, um in einer Woche des intensiven Malens unter freiem Himmel abschließend in einer Ausstellung die Ergebnisse aller beteiligten Künstler zu präsentieren. Die Atmosphäre ist dabei stets geprägt von einer freundlichen und anteilnehmenden Grundstimmung, in der die Künstler nach eigener Façon malen können und gleichzeitig den regen Gedankenaustausch mit den Malerkollegen wahrnehmen können.

"Der besondere Reiz der Freiluftmalerei erhält hier eine einzigartige Plattform und Möglichkeit des künstlerischen Miteinanders", erklärt der Organisator. Anfangs noch an dem Modell von Irland orientiert, sei die Idee gewesen, einen Preis für Pleinairmalerei des Landes Berlin-Brandenburg zu schaffen.

Aber "bei Stadt und Land" habe er keine Unterstützung erhalten. Zum Glück konnte Fenske ein Sponsoring akquirieren – ein "Distributor von Künstlerbedarf aus Norddeutschland" wurde dafür gewonnen. "So gab es Preisverleihungen mit Urkunden und schönen Sachpreisen", merkt der Kunstmanager an.

2017 trat man als Gruppe auf und gab den Gedanken von Preisverleihungen komplett auf, da das Konkurrenzdenken nicht gefiel und als störend und unwichtig empfunden wurde, erinnert sich der Berliner Organisator. "So bleibt die Liebe zur Pleinairmalerei vor Ort als Qualitätsmerkmal bestehen", meint er. Die Maler sind Profis und Hobbymaler mit Erfahrung.

"Sie haben in dieser Woche komplett den Rücken frei und können sich ganz aufs Malen konzentrieren", freut sich Fenske auf das Pleinair.

Zahlen und Fakten über die Veranstaltung

11 Malerinnen und Maler nehmen ab Sonntag an dem Pleinair teil. Neben den drei Organisatoren sind das:  Gary Westall, Christine Faust, Gerd Bandelow, Beatrice Neumann, Sylvia Pfeffer, Pamela Winchester, Renate Kaps, Andrea Ney, Astrid Homuth, Yo Rühmer und Torsten Wolber. Am Sonntag, 2. Juni, wird das Treffen der Freiluftmaler beendet.

5 Pleinairs wurden veranstaltet. Von Himmelfahrt  bis Samstag können Interessierte im Freizeitzentum jeweils von 14 bis 17 Uhr  die Künstler besuchen.⇥pilz


Drei Künstler stellen ihre Arbeiten im Dienstleistungszentrum Wagenfeld aus

Sigrun Wolffs (l.) „Spaziergang im Watt I“; ein gebrauchtes Ding ist die Stalltür von Gabriele Döpke-Sieber; Gary Westall neben seinem Alpenmassiv. Fotos: brauns-bömermann
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Sigrun Wolffs (l.) „Spaziergang im Watt I“; ein gebrauchtes Ding ist die Stalltür von Gabriele Döpke-Sieber; Gary Westall neben seinem Alpenmassiv. 

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Die jüngste Vernissage im Dienstleistungszentrum Wagenfeld war nicht nur Aufbruch in eine neue Kunstsaison, sondern es fand sich der Platz für Minuten der Trauer für Maler, Künstler, Philosoph und Lehrer Janusz Duda, der Anfang Januar unerwartet verstorben war. Künstler und Besucher trauerten gemeinsam bei einem ihm gewidmeten Musikstück von Saxofonist Rainer Potzkai. Ergriffenheit war sichtbar im Publikum aus Gästen und Künstlern.

Im Mittelpunkt der Vernissage zur Ausstellung „Impressionismus trifft Gefühlswelten“ standen die drei ausstellenden Künstler Sigrun Wolff (Lübbecke), Gabriele Döpke-Sieber (Rahden) und Gary Westall (Espelkamp).

Die Ausstellung, die Monika von Platen-Nimbs eröffnete und mit Brunhild Buhre die Gäste animierte mit den Künstlern zu sprechen, umfasst rund 100 Werke.

Die Vorsitzende des Vereins „Kunst in der Provinz“, Brunhild Buhre, freute sich: „Wir begrüßen heute Künstler jenseits der Grenze. Sie kommen alle aus Nordrhein-Westfalen.“ Die drei seien aber auch Mitglieder im Verein „Kunst in der Provinz“. Beim späteren Rundgang und im Gespräch mit den Künstlern stellte sich heraus, dass hier nicht nur Kreis- und Landesgrenze verschwanden, sondern auch Staatsgrenzen, wie in den ausgestellten Werken des Engländers Gary Westall. Beispiel: Sein Werk „Kingfisher/Eisvogel“ zweisprachig betitelt, oder wenn der Maler die Klippen von Dorset mit denen von Rügen mischt im Werk „Dorset/Rügen“. „Als mich die Diskussion um den Fortbestand Europas frustrierte, malte ich das Prinz-Albert-Denkmal in London und nannte es „Europa“. Westall ist ein aktueller Impressionist, malt Plein Air (Malerei unter freiem Himmel) und ist kritisch. „Als ich ein von der Deutschen Presseagentur veröffentlichtes Bild der Alpenschönheit und Erhabenheit sah, musste ich sie malen.“ Westall setzte dem Motiv, das motivisch als „Landschaftsschinken“ out ist, einen klitzekleinen Menschen hinzu und demonstrierte damit den Größenbezug. Das Bild nannte er prägnant „Die wahren Größen“. Es spiegelt eine neue Seite des sonst so filigranen Eindrücke-Sammlers, der brillant ist im Malen von hohen Himmeln, schäumenden Wassern, leuchtenden Moor- und Heidelandschaften quer durch Europa. Sein Credo: „Seht Euch die Natur an, der Lohn wird Frieden sein.“

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Sigrun Wolffs Werke stehen im direkten Kontrast zu Westalls: Sie sind abstrahiert, spiegeln nicht weniger Gefühle. „Ich nehme mir die Freiheit, meine Gefühle durch meine spezielle Malerei auszudrücken“, sagt die Künstlerin und führt zu zwei Werken, die das gleiche Motiv, das Watt, zeigen, aber gemalt wurden nach jeweilig anderem Kenntnisstand. „Spaziergang im Watt I“ entstand an einem sonnendurchfluteten Tag mit meiner Tochter und heraus kam dieses lichte Werk.“ Ein Bild mit zarten Grüntönen, durchzogen von Farbigkeit, strotzend vor Fröhlichkeit. „Spaziergang im Watt II“ ist in warmen herbstlichen Braun- und Rottönen gehalten. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich über das Watt, das Leben im Untergrund schlau gelesen.“ „Vertrautheit“ heißt ein anderes Werk in einnehmenden Lila-Nuancen mit dutzenden von Grautönen. Wolff malt Gefühle und blendet Konkretes aus.

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Ganz konkret verarbeitet Gabriele Döpke-Sieber Relikte und Baumaterialien vergangener Epochen. „Ich liebe gebrauchte Dinge, Vergangenheit und die Geschichten dazu“, sagt die quirlige Künstlerin aus Rahden, die ganze oder Teilstücke aus Gebäuden und Bauelementen neu arrangiert und ihnen eine zweite Chance außerhalb von Müllkippe oder Feuer gibt. Döpke-Sieber fängt die Betrachter mit der „Erinnerung an Oma´s Küchenmaschine“ mit krummem Ofenrohr oder mit Arrangements aus Farbe, Patina, Holzriegeln und rostigen Nägeln ein. Sie versteht sich ein wenig als Retterin und Bewahrerin von ehemaliger Handwerkskunst. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Werk „Erinnerungen an Oma Sofie´s Hühnerstall“ kein Bild im Fotoalbum ist. Die Malerin lässt den Stall der Kindheit entstehen, sie nimmt die gerettete Kette, ein Holzfragment und wie von Archäologen gehütete kleine Schätze, kombiniert sie mit der gemalten Doppeldör und das Bild ist komplett. „Ich lasse meine Augen an Orten spazieren gehen.“

Die Ausstellung ist bis zum 2. Mai zu sehen.


Mi., 17.10.2018

Ausstellung in der Espelkamper Stadtbücherei eröffnet Westall fängt Momente mit dem Pinsel ein

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Vorwerg (von links), Bücherei-Leiterin Sabine Berges, Künstler Gary Westall, Künstler José Fumero sowie Forum-Vereinsvorsitzender Bernd Wlotkowski haben die Ausstellung in der Stadtbücherei eröffnet.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Vorwerg (von links), Bücherei-Leiterin Sabine Berges, Künstler Gary Westall, Künstler José Fumero sowie Forum-Vereinsvorsitzender Bernd Wlotkowski haben die Ausstellung in der Stadtbücherei eröffnet. Foto: Andreas Kokemoor

Espelkamp (WB). Der Bau des Kaiser Wilhelms erhebt sich im Hintergrund vor dem satten Grün des Waldes an der Porta Westfalica und dem goldgelben Getreidefeld.

»Plein Air«

Diesen Moment hat Gary Westall mit Pinsel und Leinwand eingefangen. Der Gestringer Künstler stellt derzeit in der Stadtbücherei Espelkamp zahlreiche seiner Bilder aus. Westall präsentiert viele neue »Plein-Air«-Bilder. Unter dem Begriff »Plein Air« versteht man grob gesagt die so genannte Freilichtmalerei.

Und das diese dem Künstler im wahrsten Sinne des Worte »leicht von der Hand« geht, können die Besucher der Stadtbücherei im Bürgerhaus noch bis einschließlich Freitag, 9. November, innerhalb der Öffnungszeiten der Einrichtung erleben.

Ehrengäste

Zur Eröffnung waren einige Ehrengäste erschienen – darunter unter anderem die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Vorwerg, der Forums-Vereinsvorsitzende Bernd Wlotkowski sowie der hiesige Künstler José Fumero, der unter anderem das Mühlenkreissymbol entworfen hat. Fumero lobte in seiner Rede die Werke Westalls und stellte dessen »außergewöhnliches Talent« heraus. Fumero bewundere den Stil des Gestringer Künstlers.

Bücherei-Leiterin Sabine Berges zeigte sich hoch erfreut, dass die Westall-Bilder einen Monat lang in den Räumlichkeiten im ersten Stockwerk des Bürgerhauses ausgestellt werden.

Neue Kunstwerke

Gary Westall lässt sich bei seinen Exponaten nicht nur von der heimatlichen Region inspirieren. Das Meer, Boote und die Unwägbarkeiten der Natur werden von seinem Auge wahrgenommen und mit gekonnten Pinselstrichen eingefangen. Dabei gelingt es dem Künstler auf eine farbenfrohe und stilsichere Art, die Atmosphäre der Natur und die unmittelbare Umgebung mit zarten Pinselstrichen auf die Leinwand zu übertragen und den Moment festzuhalten. Genau aus diese Grund heißt die Ausstellung auch »Moment mal(en)«.

Zur Vernissage hat Gary Westall so manch neues Kunstwerk in der Stadtbücherei präsentieren können. Die Eröffnung der Ausstellung, die vom Verein Forum innerhalb der Reihe »Kunsträume« ausgerichtet wurde, besuchten etwa 30 Kunstinteressierte.







Vater und Sohn verstehen sich: Gary und Nikolai Westall freuten sich, dass am Wochenende so viele Interessierte den Weg zum Atelier an die LübbeckerStraße 57 fanden. FOTO: KARSTEN SCHULZ

GarysArt“ ist einzigartig

Atelier eröffnet: Gary Westall ließ am 1. Adventswochenende Einblicke in seine schöpferische Heimat zu. Viele Interessierte informierten sich

VON KARSTEN SCHULZ

¥ Espelkamp. Eine leuchtende in Öl gemalte Sonnenblume weist den Weg: Zunächst von der Einfahrt an der LübbeckerStraße, schließlich direkt

vor dem Haus Nummer 57 und ein kleines Schildchen mit dem Symbol vor der geöffneten Hauseingangstür, Drinnen Gemurmel, es gibt Sekt und Orangensaft und große, helle Räume. An den Wänden hängen kleinere und größere Ölgemälde, die fast ausschließlich Landschaften und ländliche Idylle zeigen. Man ist in Garys Reich angekommen. Der Heimat eines Kreativen, der in Espelkamp und Umgebung bisher noch nicht so sehr in Erscheinung getreten ist. Mit Gary ist Gary Westall gemeint, der sich jetzt seinen Lebenstraum erfüllt hat.

Seit 2007 malt er auf dem Dachboden im elterlichen Haus seiner Frau. Nach dem Tod der Schwiegermutter standen dem 55-jährigen Kreativen

nunmehr schöne, große und vor allem auch helle Räume im Erdgeschoss zur Verfügung. Diese hat er sich jetzt peu à peuherrichten können.

Jetzt sind sie sein Atelier. „Endlich kann ich jetzt auch große Formate erstellen“, freute er sich im Gespräch mit der NW. Die könnten ruhig zwei mal drei Meter groß oder sogar vier mal drei Meter groß sein. Vor Gary Westall steht eine weitere große schöpferische Periode, so hat man den Eindruck, wenn man sich den begeisterungsfähigen und dabei immer sehr freundlichen und herzlichen Mann genau betrachtet.

»Es geht hier

um mich, ich

will malen«

Er sei fasziniert, von den Farben, den Gerüchen, den Pigmenten und der großen Vielfalt des Ausdrucks.

Seit 1982 lebt der in London geborene Brite in Deutschland. Inzwischen fühle er sich „eingedeutscht“, hat aber die Kontakte zu seiner Heimat nicht abgebrochen. So besucht er zwei Mal im Jahr – jeweils für fünf Tage – die „Norfolk Painting School“ , die Nordöstlich von London, in einer typischen englischen Gartenlandschaft, liegt. Dort bekomme er das Rüstzeug für seine Arbeiten, so Gary Westall. Außerdem bringe man in dieser führenden englischen Malschule die Studenten in Kontakt mit den anerkannten Kreativen der heutigen Zeit. Neben den handwerklichen Fähigkeiten, die Westall in Norfolk erlernt, beeinflusst ihn auch die Natur, das ländliche England. Viele Stimmungen motivierten ihn immer wieder zum Malen. Dies sei auch in Deutschland der Fall. So trifft er sich regelmäßig im Mai mit einer Malgruppe aus dem Ruhrgebiet auf der größten deutschen Insel Rügen. Eine weitere Malgruppe, der Westall angehört, ist in Rinteln beheimatet.

Lichteffekte und damit verbunden Schattenwürfe und Spiegelungen sind das Hauptkennzeichen seiner vorwiegenden Landschafts-Porträts. Am liebsten porträtiert er Landschaften an der Küste. Dabei kann es sich auch um Landabbrüche handeln. Aber auch dramatische Sonnenaufund

-untergänge haben es dem Espelkamper angetan. Wer sich seine Porträts anschauen möchte, sollte ihn anrufen unter Tel. ( 0 57 43) 928868

und einen Termin vereinbaren oder seine Homepage besuchen: www.garysart. de. Einmal im Jahr will er sein Atelier zukünftig für jedermann

zugänglich machen. Außerdembeabsichtigt er auch in Espelkamp eine Malgruppe zu gründen.