Vater und Sohn verstehen sich: Gary und Nikolai Westall freuten sich, dass am Wochenende so viele Interessierte den Weg zum Atelier an die LübbeckerStraße 57 fanden. FOTO: KARSTEN SCHULZ

GarysArt“ ist einzigartig

Atelier eröffnet: Gary Westall ließ am 1. Adventswochenende Einblicke in seine schöpferische Heimat zu. Viele Interessierte informierten sich

VON KARSTEN SCHULZ

¥ Espelkamp. Eine leuchtende in Öl gemalte Sonnenblume weist den Weg: Zunächst von der Einfahrt an der LübbeckerStraße, schließlich direkt

vor dem Haus Nummer 57 und ein kleines Schildchen mit dem Symbol vor der geöffneten Hauseingangstür, Drinnen Gemurmel, es gibt Sekt und Orangensaft und große, helle Räume. An den Wänden hängen kleinere und größere Ölgemälde, die fast ausschließlich Landschaften und ländliche Idylle zeigen. Man ist in Garys Reich angekommen. Der Heimat eines Kreativen, der in Espelkamp und Umgebung bisher noch nicht so sehr in Erscheinung getreten ist. Mit Gary ist Gary Westall gemeint, der sich jetzt seinen Lebenstraum erfüllt hat.

Seit 2007 malt er auf dem Dachboden im elterlichen Haus seiner Frau. Nach dem Tod der Schwiegermutter standen dem 55-jährigen Kreativen

nunmehr schöne, große und vor allem auch helle Räume im Erdgeschoss zur Verfügung. Diese hat er sich jetzt peu à peuherrichten können.

Jetzt sind sie sein Atelier. „Endlich kann ich jetzt auch große Formate erstellen“, freute er sich im Gespräch mit der NW. Die könnten ruhig zwei mal drei Meter groß oder sogar vier mal drei Meter groß sein. Vor Gary Westall steht eine weitere große schöpferische Periode, so hat man den Eindruck, wenn man sich den begeisterungsfähigen und dabei immer sehr freundlichen und herzlichen Mann genau betrachtet.

»Es geht hier

um mich, ich

will malen«

Er sei fasziniert, von den Farben, den Gerüchen, den Pigmenten und der großen Vielfalt des Ausdrucks.

Seit 1982 lebt der in London geborene Brite in Deutschland. Inzwischen fühle er sich „eingedeutscht“, hat aber die Kontakte zu seiner Heimat nicht abgebrochen. So besucht er zwei Mal im Jahr – jeweils für fünf Tage – die „Norfolk Painting School“ , die Nordöstlich von London, in einer typischen englischen Gartenlandschaft, liegt. Dort bekomme er das Rüstzeug für seine Arbeiten, so Gary Westall. Außerdem bringe man in dieser führenden englischen Malschule die Studenten in Kontakt mit den anerkannten Kreativen der heutigen Zeit. Neben den handwerklichen Fähigkeiten, die Westall in Norfolk erlernt, beeinflusst ihn auch die Natur, das ländliche England. Viele Stimmungen motivierten ihn immer wieder zum Malen. Dies sei auch in Deutschland der Fall. So trifft er sich regelmäßig im Mai mit einer Malgruppe aus dem Ruhrgebiet auf der größten deutschen Insel Rügen. Eine weitere Malgruppe, der Westall angehört, ist in Rinteln beheimatet.

Lichteffekte und damit verbunden Schattenwürfe und Spiegelungen sind das Hauptkennzeichen seiner vorwiegenden Landschafts-Porträts. Am liebsten porträtiert er Landschaften an der Küste. Dabei kann es sich auch um Landabbrüche handeln. Aber auch dramatische Sonnenaufund

-untergänge haben es dem Espelkamper angetan. Wer sich seine Porträts anschauen möchte, sollte ihn anrufen unter Tel. ( 0 57 43) 928868

und einen Termin vereinbaren oder seine Homepage besuchen: www.garysart. de. Einmal im Jahr will er sein Atelier zukünftig für jedermann

zugänglich machen. Außerdembeabsichtigt er auch in Espelkamp eine Malgruppe zu gründen.